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Bulgarien plant einen neuen Reaktorblock am Standort Kosloduj

Gegenwärtig sind in Kosloduj zwei 1000Megawatt-Blöcke in Betrieb, die ein Drittel des Strombedarfs des Landes decken
Foto: Archiv
Bulgarien will am Standort des Atommeilers Kosloduj einen weiteren 1000Megawatt-Reaktorblock bauen. Europäische und US-Unternehmen haben bereits Interesse bekundet. Der neue Reaktorblock soll die vier stillgelegten kleineren Blöcke ersetzen. Diese mussten als Bedingung für den EU-Beitritt Bulgariens geschlossen werden. Gegenwärtig sind in Kosloduj zwei 1000Megawatt-Blöcke in Betrieb, die ein Drittel des Strombedarfs des Landes decken. Der Reaktorblock könnte ohne weiteres seine Arbeit aufnehmen, er müsste lediglich gebaut werden.

Trotz der Stillegung der kleinen Reaktorblöcke des Atommeilers Kosloduj will Bulgarien auch künftig auf Atomenergie setzen, nicht zuletzt aufgrund 35-jähriger Erfahrungen und hoch qualifizierter Branchenspezialisten. Auch international erlebt die Atomkraft eine Renaissance.

Das Reaktor-Projekt wird von Regierung und Fachkreisen unterstützt. Das bestätigte auch Ministerpräsident Bojko Borissow. Laut Wirtschafts- und Energieminister Trajtscho Trajkow könne am Standort Kosloduj die durch die Stilllegung der vier kleinen Reaktorblöcke freigewordene Infrastruktur genutzt werden. Derzeit wird eine Projektstudie erarbeitet.

Am 31. Dezember 2002 wurden die ersten beiden Blöcke, am 31. Dezember 2006 die Blöcke 3 und 4 heruntergefahren, erinnert Kosloduj-Geschäftsführer Dimitar Angelow. Auch er ist für das geplante Reaktorprojekt. Die Idee, die bereits vorhandene Infrastruktur für den Bau eines neuen Reaktorblocks zu nutzen, stammt von Energiespezialisten.

„Der Bau eines neuen Reaktorblocks würde Experten zufolge rund zwei Milliarden Euro kosten“, so Kosloduj-Geschäftsführer Dimitar Angelow. „Der Vorteil ist, dass das Kraftwerk die durch die Stilllegung der kleineren Blöcke freigewordenen Anlagen und Ausrüstungen in das Projekt einbringt, auf denen der neue Reaktorblock aufgebaut werden kann. Auch die Investoren werden Analysen erstellen, allerdings werden weder Staat noch Kraftwerk in das neue Projekt investieren.“

Gibt es bereits Investitionsinteresse für das Projekt?

„Europäische und amerikanische Investoren haben bereits Interesse gezeigt. Gemeinsam mit dem Kraftwerk Kosloduj sind ausführliche Analysen über die Nachfragetrends am Binnenmarkt sowie Perspektiven in der Region geplant. Damit soll vorab geklärt werden, inwieweit sich der Bau eines weiteren Reaktorblocks lohnt.“

Sie haben den Energiemarkt erwähnt. Einige Fachleute prognostizieren einen Rückgang der Stromnachfrage, andere wiederum eine steigende Stromnachfrage nach der Krise. Zudem werden in der Region weitere Reaktorblöcke gebaut.

„Unser Projekt wäre wettbewerbsfähig, da wir auf die bereits vorhandene Infrastruktur sowie hochqualifizierte Fachkräfte zurückgreifen könnten. Wir denken, dass dies eine verlockende Investitionsperspektive ist. In bezug auf den Strommarkt, hier müssen die Trends erst noch analysiert werden.“

Welcher Reaktortyp ist für Bulgarien vorteilhaft?

„Der neue Reaktorblock sollte ein europäisches oder amerikanisches Projekt der vierten Generation sein. Die Reaktorblöcke, die gegenwärtig in Betrieb sind, sind zwei russische 1000Megawatt-Blöcke. Wir wollen mehr Diversifizierung, um so die Interessen der bulgarischen Energetik besser schützen zu können. Wir wollen davon abkommen, ein und dieselben Auftragnehmer und Lieferanten zu nutzen.“

Übersetzung: Christine Christov
По публикацията работи: Tanja Harisanowa


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