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„South Stream“ aktuell, aber auch andere Gaszusteller gesucht

Foto: www.south-stream.info

Einige Ereignisse der letzten Tage haben deutlich gemacht, dass sich Bulgarien durchaus nicht aus dem Gaspipelineprojekt „South Stream“ zurückgezogen hat, es sucht aber auch nach alternativen Gaszustellern, um seine Abhängigkeit vom russischen Gas zu verringern. Auf der jüngsten Sitzung des Außenministerrates der Organisation für Schwarzmeerzusammenarbeit, die in Warna veranstaltet wurde, versicherte Außenminister Christian Wigenin, dass Bulgarien nur vorübergehend das Projekt gestoppt habe, bis die von der Europäischen Kommission aufgeworfenen Fragen beantwortet sind. Wigenin betonte, dass „South Stream“ weiterhin für Bulgarien und Südosteuropa sehr wichtig sei und die Unstimmigkeiten mit der Europäischen Kommission in absehbarer Zeit geklärt werden. Auch der EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger bestätigte, dass das Projekt lediglich zeitweilig auf Eis gelegt worden ist. Seinerseits offerierte der Präsident der Schwarzmeerbank für Handel und Entwicklung, Andrei Kondakow (der aus Russland stammt), dass die Bank das Projekt mitfinanzieren werde, sobald die strittigen Fragen gelöst seien. Es hat ganz den Anschein, als ob die Einwände der Europäischen Kommission hinsichtlich der Anpassung des Projekts an die europäische Gesetzgebung auf dem Weg sind, befriedigt zu werden. Gleichzeitig damit besprach der bulgarische Außenminister auf Zypern die Möglichkeit, Bulgarien mit dem jüngst dort entdeckten Erdgas zu beliefern. Sofia ist überzeugt, dass die Insel eine wichtige Rolle im künftigen Nord-Süd-Korridor spielen könne, der über Griechenland Erdgas nach Mitteleuropa liefern soll. Zwischenzeitlich gab das US-amerikanische Unternehmen „Park Place Energy“ bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Erkundung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten im Gebiet des Dorfes Wranino in der Nähe des Schwarzmeerstädtchens Kawarna unterzeichnet hat. Insgesamt 397 Quadratkilometer bulgarischen Bodens im Nordwesten des Landes sollen dabei näher unter die Lupe genommen werden. Falls förderträchtige Mengen entdeckt werden sollten, wird das Unternehmen eine Förderlizenz für 35 Jahre erhalten. Die Bemühungen Bulgariens, die Gaszustellung zu diversifizieren, werden langsam, aber zielstrebig vorangebracht.

Übersetzung und Redaktion: Wladimir Wladimirow


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