Sendung auf Deutsch
Textgröße
Bulgarischer Nationaler Rundfunk © 2026 Alle Rechte vorbehalten

Minerale – die „Blumen“ des Planeten

БНР Новини
Foto: Darina Grigorowa

Zuweilen nennt man die Minerale „die Blumen des Planeten“, weil sie nicht minder farbenreich sind und das Auge erfreuen. Auch wenn sie keinesfalls so betörend duften, geht von ihnen genauso ein einzigartiger Zauber aus. Wenn man sich in die verschiedenen kristallinen Formen vertieft, scheint die Zeit stehen zu bleiben und man wird sich der Jahrmillionen bewusst, die die Kristallwelten durchlebt haben.

Laut der Geologin Stella Todorowa aus der südbulgarischen Stadt Kardschali, weist das Rhodopengebirge den größten Reichtum an unterschiedlichen Mineralen der gesamten Balkanhalbinsel auf. Man trifft die verschiedensten Quarze und Achate an, wie auch Granate, Aquamarine, Turmaline und viele andere mehr. Stella Todorowa ist der Ansicht, dass sich die Natur jenen offenbart, die nach deren Schönheit suchen.

СнимкаDie Geoden bzw. Kristall-Drusen sind ein Symbol für die Geheimnisse der Natur“, sagt die Geologin weiter. „Von außen betrachtet fallen sie nicht sonderlich auf, doch im Inneren ist eine Welt der Schönheit verborgen. Der Begriff „Geode“ leitet sich von Gäa, der Urmutter Erde ab. Man kann ihn auch mit der Geosphäre – einer Kugel, in Verbindung bringen. Es handelt sich um Hohlräume in Vulkangestein, die durch verschiedene geologische Prozesse mit einer mineralischen Substanz ausgefüllt werden. Diese Substanz bildet verschiedene Quarzkristalle. Es gibt aber auch Kalkspat-Drusen. In der natürlichen Umgebung kann man sie nur schwer ausmachen. Von außen sehen sie wie ganz gewöhnliche Steine aus – allerdings nur für den Laien. Das geübte Kennerauge entdeckt sie jedoch. Umso idealer die Entstehungsbedingungen waren, desto schöner werden die Kristalle. Das gilt ja auch für den Menschen und die Bedingungen, unter denen er aufwächst. Wenn die Lava eine hohe Temperatur hat und langsam abkühlt, bilden sich in den Hohlräumen, wenn sie vorhanden sind, die schönsten Kristalle. Wenn diese Hohlräume gekrümmt sind, wachsen auch krumme Kristalle. Wenn die Lösungen, die durch die Hohlräume diffundieren niedrigere Temperaturen aufweisen und schneller abkühlen, können sich keine Kristalle bilden und es entsteht eine dichte homogene Masse. In der Natur gibt es außergewöhnlich schöne Dinge, die ihrer eigenen Logik folgen. Nichts geschieht zufällig. Es gibt Formen, die mystisch anmuten und Phantasie voraussetzen. Die menschliche Vorstellungskraft ist aber schier grenzenlos. Die Natur gewährt jedem die Möglichkeit, das zu sehen, was ihn bewegt. Ihre Harmonie schafft auch die Bedingungen dafür, dass der Mensch selbst sein Gleichgewicht finden kann.

Снимка

Voller Harmonie sind auch die Werke von Petar Saprjanow aus Kardschali, der ein Freund und Gleichgesinnter von Stella Todorowa ist. Sie hat ihn dazu bewogen, seine Bilder, die er aus verschiedenen Gesteinen schöpft, auszustellen. Er selbst kann es immer noch nicht glauben, dass es wahre Kunstwerke sind.

СнимкаEigentlich wollte ich eine Sammlung an Mineralien anlegen, die es in der Umgebung von Kardschali gibt“, erzählt er. „Es handelt sich um 20 bis 30 verschiedene Arten, die ich zu einem Bild zusammenfüge. Mir gefallen die Minerale sehr, wenn sie an einem Ort vereint sind. Irgendwie ergibt sich alles wie von selbst. Mein inneres Gefühl sagt mir, wo genau ich den entsprechenden Stein hinsetzen muss. Es gibt beispielsweise Steine, die sich nicht vertragen – man kann sie also nicht nebeneinander setzen. Andere wiederum „suchen“ sich gegenseitig, sei es wegen der Farbe oder wegen ihrer Zusammensetzung. Ich suche nicht nach einer Erklärung dafür. Wenn man sie dennoch suchen sollte, wird man sicher eine finden – eine geologische, versteht sich. Doch ich brauche solche Erklärung nicht.

Снимка

Jeder, der in die Welt der Kristalle eintauchen möchte, sollte sich das Museum „Erde und Mensch“ in Sofia nicht entgehen lassen. Dort sind gigantische Kristalle ausgestellt, die der Bulgare Ilija Delew 1985 seiner Heimat geschenkt hat. Alljährlich finden in diesem Museum verschiedene Sonderausstellungen statt, wie auch Expositionen anlässlich wichtiger internationaler Tage, wie dem Tag der Erde (22. April), dem Weltwassertag (22. März), dem Weltumwelttag (5. Juni) und den Europäischen Mineralientagen. Dann kann man die unwahrscheinlichsten Geschichten aus der Wunderwelt der Minerale erfahren.

Übersetzung: Wladimir Wladimirow

Fotos: Darina Grigorowa



Последвайте ни и в Google News Showcase, за да научите най-важното от деня!

mehr aus dieser Rubrik…

DiVino.Taste präsentiert neue und spannende Weinerlebnisse aus ganz Bulgarien

Die 14. Ausgabe von DiVino.Taste, dem bedeutendsten Forum für bulgarischen Wein und seine Spitzenwinzer, findet vom 28. bis zum 30. November im Inter Expo Center in Sofia statt. Über 80 Produzenten aus allen Weinregionen werden vertreten sein und..

veröffentlicht am 28.11.25 um 09:20

Nach Spannungen im „Macht-Dreieck“: Haushalt 2026 vorerst eingefroren

Wenige Minuten bevor im Parlament die zweite – abschließende – Lesung des Staatshaushalts 2026 beginnen sollte, stoppte der Vorsitzende der größten Parlamentsfraktion GERB-SDS, Bojko Borissow, das Verfahren. Er verwies das Gesetz zur Überarbeitung..

veröffentlicht am 27.11.25 um 16:05

Auslandsreisen um 15 Prozent gestiegen

Die Reisen bulgarischer Staatsbürger ins Ausland beliefen sich im Oktober 2025 auf 829.300 und lagen damit um 15 Prozent über dem Wert vom Oktober 2024, teilte das Nationale Statistikamt mit. Die meisten Reisen führten in die Türkei, nach..

veröffentlicht am 27.11.25 um 13:58