Bulgarien ist europa- und weltweit führend im Outsourcing-Geschäft. Die Zahl der Software-Ingenieure im IT-Bereich wächst ständig und trotzdem verspürt die Branche Fachkräftemangel. Dabei ist der IT-Bereich vermutlich der einzige in Bulgarien, wo die Arbeitslosenrate bei Null liegt. Das Outsourcing-Geschäft blüht und zieht immer mehr ausländische Investitionen an.
Das Outsourcing-Geschäft ist neu für Bulgarien, stellten die Teilnehmer der ersten Jahreskonferenz in der Branche fest. Darauf wurden noch weitere wichtige Zahlen genannt – die Branche generiert drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts und die Produktion ist zu 90 Prozent für den Export bestimmt. Die Exporte Bulgariens sind im vergangenen Jahr um acht Prozent gestiegen und das ist ausschließlich auf das Outsourcing-Geschäft zurückzuführen, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Krassin Dimitrow auf der Konferenz. Die Erwartungen sind mehr als positiv und das ist leicht zu erklären: geografisch liegt Bulgarien an fünf paneuropäischen Verkehrs- und Infrastrukturkorridoren; die Zeitverschiebung beeinträchtigt das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Russland nicht; die bulgarischen Fachkräfte sind gut ausgebildet und beherrschen mehr als eine Fremdsprache.
„Mit Serbien, Rumänien und Ungarn stehen wir in Konkurrenz. Das darf man aber nicht zu eng sehen“, kommentiert der Vorsitzende der Bulgarischen Investitionsagentur Swetoslaw Mladenow. „Wenn im benachbarten Rumänien ein großes Investitionsprojekt umgesetzt wird, dann kann Bulgarien davon über Outsourcing profitieren, und umgekehrt. Deshalb wird die Investitionsentscheidung immer öfter regional getroffen“, sagt Mladenow.
„Die Investitionen sind in der gesamten Europäischen Union deutlich zurückgegangen“, ergänzt der stellvertretende Wirtschaftsminister Krassin Dimitrow. „Die Wirtschaftsziele der EU bis 2020 sind ehrgeizig und für viele Mitgliedsländer unerreichbar. Es wird erwartet, dass die 2020-Ziele Einbußen für die Wirtschaftsleistung einiger EU-Länder von bis zu 15 Prozent bedeuten werden. Dazu gehört auch Bulgarien. Aufs Spiel ist die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union im Vergleich zu den USA, China und Indien gesetzt“, kommentiert der stellvertretende Wirtschaftsminister.
Die Outsourcing-Industrie ist relativ neu, entwickelt sich jedoch sehr dynamisch. Grundvoraussetzung für ihre weitere Entwicklung sind stabile Informationstechnologien und Telekommunikationen, sagt Stefan Bumow, Vorsitzender des Bulgarischen Verbands der Outsourcing-Unternehmen. „Das Outsourcing-Geschäft ist für viele unbekannt. Aber die Entwicklung der Weltwirtschaft geht mit der Herausbildung neuer Businessmodelle einher“, sagt Bumow. „Teil dieser Prozesse ist der Einsatz menschlicher Kenntnisse und Fähigkeiten unabhängig von der geografischen Lage. Diese Fähigkeiten sind für bestimmte Unternehmen so wertvoll, dass es zweitrangig ist, wo sich der entsprechende Fachmann körperlich befindet. Und da Bulgarien zu den Ländern mit sehr hohem intellektuellem Potential der jungen Menschen gehört, muss es diesen Vorteil ausschöpfen“, behauptet Stefan Burow vom Verband der Outsourcing-Unternehmen.
Übersetzung: Vessela Vladkova
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