Die Unsicherheit und Instabilität, in der sich die Ukraine befindet, werden sich unweigerlich auf die Erdgaspreise auswirken, das für Europa zu den wichtigsten Energierohstoffen zählt. Aufgrund des gemeinsamen Energiemarktes werden die Gaspreise unweigerlich steigen und das werden die Verbraucher in der gesamten EU zu spüren bekommen.
„Das ist ein Markt, der so elastisch ist wie ein Luftballon. Sobald man ihn auf der einen Seite drückt, schwillt er auf der anderen an“, kommentierte in einem Interview für „Radio Bulgarien“ der Vorsitzende des Bulgarischen Energie- und Bergbauforums Iwan Chinowski. „Die Krise wird zu einem Mangel an Gas-Deals in Europa führen. Man wird versuchen, diesen Mangel durch den Import von verflüssigtem Erdgas aus den Vereinigten Staaten oder Katar auszugleichen. In jedem Fall wird das Defizit die Preise so stark erhöhen, wie der Markt es ertragen kann. Ich denke, dass auch ein Prozess sinkender Nachfrage einsetzten wird - infolge der Insolvenz von Unternehmen und der Einstellung ihres Verbrauchs.“

In Bezug auf Bulgarien, dessen Energiesystem in hohem Maße von den Gasimporten aus Russland abhängt, sagte Chinowski, dass unser Land viel zu viel Zeit verloren hat, in der man den Interconnector mit Griechenland fertigstellen konnte und die Ressourcen am Terminal in Alexandroupolis hätte füllen und effizienter nutzen können. Das ist ein Schritt zu einer echten Alternative für Gaslieferungen.
„Die Monopolisten haben kein Interesse daran, dass wir unseren Gasmarkt diversifizieren. Aus diesem Grund stoppen oder behindern die Umsetzung dieser Projekte“, so der Experte.

Gibt es für unser Land eine Alternative, um die Abhängigkeit unseres Energiesystems von Russland zu senken?
Die kurze Antwort lautet: Ja. Das könnte aber aber immer noch nur in begrenztem Umfang funktionieren oder man wartet für die Umsetzung auf Mittel im Rahmen des Wiederaufbau- und Nachhaltigkeitsplans. Eine der Kritiken der Europäischen Kommission an Bulgarien ist, dass in dem von der ersten Übergangsregierung von Stefan Janew vorgelegten Wiederaufbau- und Nachhaltigkeitsplan konkrete Projekte fehlen, für die Bulgarien Mittel erhalten könnte.
„Die Fraktion von „Es gibt ein solches Volk“ bringt heute (23. Februar) drei solche Projekte ein“, erklärte Chinowski. „Der eine ist für die Verwendung von Hausmüll für die Erzeugung von Strom und Wärme. Das andere Projekt bezieht sich auf Knallgasanlagen, die für das Sofioter Fernwärmeunternehmen „Toplofikazija“ entwickelt wurden und die Abhängigkeit der Beheizung von russischem Gas erheblich verringern werden. Eine solche Anlage, die ein bulgarisches Patent ist, wird es ermöglichen, den Verbrauch von Erdgas für die Erzeugung der gleichen Wärmemenge um bis zu 60 Prozent zu senken. Das dritte Projekt bezieht sich auf Geothermie, befindet sich jedoch der Phase der Machbarkeitsstudie. Diesem Projekt zufolge besteht Potential, dass etwa 10 Prozent der Heizenergie in Sofia aus geothermischen Quellen gewonnen werden kann“, so Iwan Chinkowski abschließend.
Übersetzung: Rossiza Radulowa
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